Was ist eigentlich Lackkoagulierung?

Aus qualitativen Gründen setzen viele Betriebe der Kunststoff-, Metall- und Holz-verarbeitenden Industrie auf Nasslacke.

Lackkoagulierung Versuch

Die im Sprühverfahren applizierten Lackpartikel treffen jedoch nicht vollständig auf das zu lackierende Teil. Der Anteil, der das Werkstück nicht trifft, wird Overspray genannt. Im ungünstigen Fall kann der Anteil vom Overspray weit über 50% betragen und dieser muss aus der Luft entfernt werden. Gewöhnlich erfolgt eine industrielle Nasslackierung vor wasserberieselten Spritzwänden bzw. in Lackierkabinen auf einem Gitterrost, wo der Lackoverspray mit einem Luftstrom in eine wässrige Phase überführt wird. Um das Wasser weiter im Kreislauf führen zu können, muss der Lackeintrag wieder entfernt werden. Dieser Prozess wird als Lackkoagulierung bezeichnet.

Lackkoagulierung ist folglich eine Abwasserbehandlung von Kabinenwasser in diesen Lackieranlagen. Durch die Lackkoagulierung wird der Lack entklebt und vom Wasser abgeschieden. Somit kann das behandelte Prozesswasser zurückgeführt werden und der Lackschlamm entsorgt werden.
Das Koaguliermittel entklebt die Lackteilchen durch Adsorption und die Teilchen lagern sich zu sog. Mikroflocken an.
Im nächsten Schritt werden die zusammengeballten Lackteilchen, in einer Beruhigungszone, durch ein Flockungsmittel zu größeren „Ansammlungen“ den Makroflocken zusammengeführt, vom Wasser getrennt und ausgetragen. Diese Flocken schwimmen auf (flotieren) oder sinken zu Boden (sedimentieren) abhängig von der Dichte. Durch die Wahl des Koagulier- und Flockungsmittels lässt sich dieser Prozess bestimmen.

 

Und was passiert nun mit dem Lackschlamm?

Der durch die Lackkoagulierung dem Wasser entnommene Lackschlamm wird je nach Flocke (Flotation/Sedimentation) von der Oberfläche entfernt bzw. vom Boden

Lackschlamm bei der Lackkoagulierung

gekratzt. Der frisch entnommene Lackschlamm enthält zwangsläufig eine große Menge Wasser. Um nun die Entsorgungsmenge und damit die verbundenen Kosten zu senken, sollte der Lackschlamm bestmöglich entwässert werden. Oft werden hier Filtersäcke oder Filtertücher eingesetzt. Neben der Qualität der Filter spielt hier die richtige Einstellung der Koagulierung eine wichtige Rolle. Oft fallen verschmierte Filter auf, was auf einen nicht bzw. schlecht entklebten Lackschlamm schließen lässt.
Nach der Vorentwässerung empfiehlt sich eine weitere Reduzierung des Volumens, z.B. durch Einsatz von Druckpressen. Das Volumen lässt sich so noch einmal um bis zu 70% reduzieren.

 

Was sind die häufigsten Probleme bei der Koagulierung?

  • Der Lack wird nicht gut entklebt:

    Durch nicht entklebte Lacke können sich u.a. Rohrleitungen und Bohrungen zusetzen, bis hin zu stehenden Ablagerungen an Nasswänden, die dann zu Ausschuss führen.

  • Das Koagliermittel lässt sich nicht gut dosieren

    Teilweise lassen sich Koaguliermittel nach bestimmter Lagerzeit nicht mehr gut dosieren, da eine Eindickung stattgefunden hat. Dies hat zur Folge, dass es entweder zu einer Unter- oder Überdosierung der Wirkstoffe im Prozesswasser kommt, welche den Prozess behindern.

  • Schaumentwicklung

    Durch Turbulenzen in der Anlage wird Luft in das Prozesswasser eingetragen. Moderne Koaguliermittel und/oder Nachflocker enthalten spezielle Entschäumer, die Schaumentwicklung verhindern und Schaumzerfall beschleunigen. Meist ist Schaumentwicklung die Folge von Unter-/Überdosierung oder schlechter Produktauswahl. Bei Unterdosierung fehlt die Entschäumerkomponente und bei Überdosierung führt der überdosierte Entschäumer selbst zum Schaum.

  • Über- oder Unterdosierung durch falsche Dosierparameter

    Verschiedene Formen- Flächen und Geometrien sorgen für unterschiedlichen Overspray. Dies muss in den gefahrenen Lackierprogrammen Berücksichtigung finden. Hier kann es jedoch auch zu Fehleinschätzungen kommen und somit auch Falschdosierung. Moderne Koaguliermittel können dies zum Teil ausgleichen. Jedoch gibt es hier auch Grenzen.

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Die helcotec medio 50-Serie

Durch den Einsatz dieser innovativen und modernen Koaguliermittel können Sie Fehlerpotentiale minimieren sowie die Entwässerungsleistung optimieren.
Die Produkte helcotec medio 5023 und helcotec medio 5024 sind neu entwickelte Koaguliermittel auf Basis von Schichtsilikaten. Die 50-Serie zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil lackentklebender Feststoffe aus und lässt sich dabei besonders gut dosieren. Durch die niedrigeren Viskositäten ist die Verteilung der Produkte im Kabinenwasser optimal. Dies führt in Kombination mit der hohen Wirkstoffkonzentration zu signifikant reduzierten Produktverbräuchen. Bei einigen Kunden konnten wir Produkteinsparungen von bis zu 70% auf der Anlage erreichen.
Da diese Produkte eine höhere Alkalität aufweisen, eignen sie sich optimal für die pH 10 – Fahrweise in Lackierkabinen. Diese Anlagen unterliegen dann nicht der 42. BImSchV.
Die neu entwickelten Produkte helcotec medio 5011 und helcotec medio 5012 sind saure Produkte für die Wasserlackkoagulierung. Das Besondere dabei ist, dass der pH-Wert des Kabinenwassers nicht stark abgesenkt wird. Ferner zeichnen sich die innovativen Produkte durch gute entschäumende Eigenschaften aus.
Alle Produkte der Serie-50 können im Prozess miteinander kombiniert werden und sind optimal aufeinander abgestimmt. In der Praxis hat sich zudem gezeigt, dass durch Einsatz dieser Produkte das Entwässerungsverhalten deutlich verbessert wird und somit die Entsorgungskosten für den Lackschlamm erheblich gesenkt werden.

Sie sind interessiert! Unsere Prozessspezialisten beraten Sie gerne und zeigen Ihnen wie Sie unsere Produkte gewinnbringend in Ihren Prozess implementieren.

helcotec Lackkoagulierung

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